Bezirk Eisenstadt-Umgebung: Fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst
Datum: 14.09.2010 07:26:06
Thema: Brandeinsätze


Am 12.09.2010, um 15.45 Uhr, kam es auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Leithaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) zu einem Scheunenbrand. Durch den raschen und intensiven Löscheinsatz der Freiwilligen Feuerwehren Leithaprodersdorf, Deutsch Prodersdorf, Schranawald und Eisenstadt, welche mit insgesamt 85 Leuten und sechs Fahrzeugen im Einsatz waren, konnte ein Übergreifen der Flammen auf die landwirtschaftlichen Nachbarobjekte verhindert werden.

Das in Brand geratene landwirtschaftliche Anwesen (ca. 20x5 Meter) ist durch ein offen stehendes Schiebetor von der Hauptstraße erreichbar. Die darin gelagerten Strohrundballen standen beim Eintreffen der alarmierten Feuerwehren in Vollbrand. Starke Rauchentwicklung erschwerte die Löscharbeiten, welche nur unter Verwendung von schweren Atemschutzgeräten durchgeführt werden konnten.
Die in der Scheune abgestellten landwirtschaftlichen Geräte (Pflug, Egge, Baumaschinen) wurden durch das Brandereignis schwer in Mitleidenschaft gezogen und teilweise vernichtet. Sämtliche in der Scheune gelagerten Strohrundballen wurden durch das Feuer zerstört und mussten von den Feuerwehren aus der Scheune verbracht werden. Die Scheune selbst, deren Dachstuhl und Eindeckung, wurden auf das Massivste beschädigt.
Die Brandplatzuntersuchung und Ursachenforschung wurde von Beamten der Polizeiinspektionen St. Margarethen, Hornstein und Neufeld durchgeführt.
In dem lokalisierten Brandausbruchsbereich sind keinerlei elektrische Leitungen vorhanden. Da sämtliche objektiven Brandausbruchsursachen ausgeschlossen werden konnten, bleibt nur die Einbringung einer offenen Flamme oder heißen, nachglühenden Teilchen in Form einer Zigarettenglut. Diese Erhebungen decken sich auch mit den Aussagen der Zeugen, welche den Brand entdeckten.
Es konnte ein Verdächtiger von den Polizeibeamten ausgeforscht und angehalten werden. Dabei handelt es sich um einen 62-jährigen Pensionisten aus dem Bezirk Bruck/Leitha (NÖ). Zunächst leugnete er im Brandobjekt gewesen zu sein, verwickelte sich jedoch in Widersprüche und gestand sodann eine brennende Zigarette im Strohlager der Scheune verloren zu haben. Aus Angst vor dem Feuer flüchtete er aus der Scheune ohne das Schadensfeuer zu bekämpfen. Ein mit dem Beschuldigten durchgeführter freiwilliger Alkotest auf der Polizeiinspektion Hornstein verlief positiv.
Personen und Tiere wurden durch das Schadensfeuer nicht verletzt und waren auch nicht gefährdet. Eine Gefährdung der Nachbarobjekte lag vor, konnte jedoch aufgrund der raschen Alarmierung der Feuerwehr und derer Eingreifen verhindert werden.
Es wird Anzeige wegen des Verdachtes der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst erstattet. Die Schadenshöhe betreffend das Brandobjekt wird mit ca. € 40.000,-- bis € 50.000,-- beziffert.
Quelle: SID





Dieser Artikel kommt von wax.AT - Das Portal für Feuerwehr und Rettungsdienst
https://www.wax.at

Die URL für diesen Artikel ist:
https://www.wax.at/modules.php?name=News&file=article&sid=39203